Forschungsbericht 2014

  • Im Laufe des Jahres 2014 waren an der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) einige Entwicklungen zu verzeichnen, die ihrer Forschungsleistung mittelfristig ohne Frage zugutekommen werden. Zum einen wurde der seit gut einem Jahrzehnt erstrebte Neubau fertig, der alle Fakultäten der HdM an einem Ort zusammenführt. Das erweiterte nicht nur die Laborkapazität der Hochschule erheblich, auch Synergiegewinne zeichnen sich hier schon nach kurzer Zeit ab. Als zweites wurde der „Master of Research“ erfolgreich auf den Weg gebracht. Dieser Studiengang, der im laufenden Jahr 2015 zum ersten Mal für Bewerber offensteht, ist speziell darauf ausgerichtet, Studierende in die Welt der Forschung einzuführen. In einem allgemeinen forschungstheoretischen Teil und in der Arbeit an einem individuellen Forschungsprojekt lernen sie die spezielle Denk- und Arbeitsweise des Forschers kennen. Ihre Themen können aus der ganzen Vielfalt der HdM eingebracht werden. Der eine oder andere Absolvent des „Master of Research“ wird sicher seine vermutete und im Master of Research erprobte Neigung zum Forscher bestätigt finden und eine Promotion anstreben. Mit diesem Stichwort verbindet sich die dritte gute Nachricht: Die HdM konnte mit der Universität Swansea einen formellen Vertrag über kooperative Promotionen schließen. Gemeinsame Promotionsverfahren mit dieser renommierten walisischen Hochschule gab es auf individueller Basis schon seit längerem, doch ist diese Möglichkeit nun festgeschrieben. Ihren Anfang nahm diese Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Drucktechnik, doch ist eine Ausweitung auf andere Fächer nicht ausgeschlossen. In diesem Zusammenhang ist schließlich die Mitarbeit der HdM bei der Entwicklung des „BW-CAR“ (Baden-Württemberg Center of Applied Research) zu erwähnen. Dieses – zunächst virtuelle – Institut soll die Spitzenforscher eines Fachgebietes verschiedener Hochschulen für Angewandte Wissenschaften des Landes zusammenführen und im Laufe der Zeit auch bei den Möglichkeiten zur Promotion an HAWs eine Rolle spielen. In Zahlen gefasst, ist die Forschungsleistung der HdM im Kalenderjahr 2014 um gut zehn Prozent angestiegen; das gilt jedenfalls dann, wenn man sie an den eingeworbenen Drittmitteln für Forschungsprojekte misst. Gut anderthalb Millionen Euro sind zusammengekommen, womit sich der Trend der vergangenen Jahre fortgesetzt hat. Nimmt man dagegen die Anzahl der wissenschaftlichen Veröffentlichungen zum Maßstab, hat sie sich im Vergleich zum Vorjahr nur unwesentlich verändert. Details finden sich im Inneren des Berichts. Ein kleiner Exkurs sei gestattet. Dieser Bericht dient nicht zuletzt dem Zweck, die Forschungsleistung der Hochschule zu beurteilen. Sie präzise zu messen, ist jedoch gar nicht so einfach; diesbezügliche Zahlen sind mit der gebotenen Vorsicht zu genießen. Das Gutachtergremium „AG IV“ legt zum Beispiel großen Wert darauf, nur solche Drittmittel als Forschungsgelder anzuerkennen, die auch wirklich für die Forschung verwendet werden, nicht dagegen solche, die primär der Lehre dienen. In einem Umfeld, das die Einheit von Forschung und Lehre hochhält, muss das zu Abgrenzungsschwierigkeiten und damit zu Enttäuschungen führen. Das Dreieck, das Forschung, Lehre und künstlerische Produktion aufspannen, ist damit noch gar nicht angesprochen. Zählt man die Veröffentlichungen aus der HdM nicht nur, sondern gewichtet sie nach den Vorschriften der „AG IV“ danach, ob sie begutachtet – peer reviewed – wurden oder nicht, ist im Jahr 2014 sogar ein kleiner Rückgang der Forschunsleistung der HdM zu verzeichnen. Wobei die AG IV die auf manchen Fachgebieten herausragend wichtigen peer reviewed Konferenzbeiträge zum steten Ärger der Betroffenen nicht als begutachtete Veröffentlichung anerkennt. Nach Ansicht des Unterzeichners ist außerdem die von der AG IV vorgenommene doppelte Gewichtung der Drittmittel gegenüber den Veröffentlichungen fragwürdig: Eingeworbene Drittmittel beweisen zunächst ja nur, dass ein Geldgeber und (meistens auch) ein Gutachtergremium überzeugt werden konnten; der Erfolg der Arbeit müsste sich dann in Veröffentlichungen widerspiegeln. Andererseits ist ein industrieller Förderer vielleicht gar nicht so sehr an der schnellen Veröffentlichung von Forschungsergebnissen interessiert, sondern will sie zunächst lieber für sich behalten. Das ist aus dessen Sicht völlig verständlich und auch legitim, deckt sich aber nicht ohne weiteres mit den Interessen einer forschenden Hochschule – zumal aktuelle Veröffentlichungen bei der nächsten Ausschreibung von Fördermitteln einen wesentlichen Beitrag zum Erfolg leisten können. Prof. Dr. Wolfgang Faigle Prorektor für Forschung und internationale Beziehungen

Download full text files

Export metadata

Additional Services

Share in Twitter Search Google Scholar
Metadaten
URN:urn:nbn:de:bsz:900-opus4-64819
Subtitle (German):Institut für angewandte Forschung- 2014
Contributor(s):Wolfgang Faigle
Other Person(s):Alexandra Wenzel
Document Type:Researchpaper
Language:German
Year of Completion:2015
Creating Corporation:Hochschule der Medien
Contributing Corporation:Institut für angewandte Forschung ( IAF)
Release Date:2019/05/07
Pagenumber:196
Access Rights:Frei zugänglich
Licence (German):License LogoCreative Commons - CC BY-NC-ND - Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International