Forschungsbericht 2015

  • Der vorliegende Bericht fasst die Forschungstätigkeit der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) im Jahr 2015 zusammen,wie das die vorangegangenen Jahresberichte auch getan haben. Wiederum lässt sich ein Anstieg der eingeworbenen Drittmittel um einige Prozent verzeichnen, und die wissenschaftlichen Veröffentlichungen sind auf hohem Niveau stabil. Das ist erfreulich und belegt einen stetigen Fortschritt. Über die Problematik des Ansatzes, die Forschungsleistung einer Hochschule nur an diesen beiden Größen zu messen, und die damit verbundenen umstrittenen Detailregelungen wurde an dieser Stelle schon des öfteren nachgedacht. Neues gibt es hierzu nicht zu berichten, und Wiederholungen will ich mir ersparen. Ein ähnliches System zur Bewertung künstlerischer Leistungen wird zur Zeit entwickelt. Ob und, falls ja, wann es eine ähnliche Wirkung entfalten wird wie die Berechnung der Forschungskennzahl, ist noch nicht sicher abzusehen. Weitere positive Entwicklungen sind zu verzeichnen: Die vor drei Jahren vorgestellten fünf „Leuchttürme“ der HdMForschung haben sich bewährt. Sie wurden zum Ende des Jahres evaluiert und bestätigt. Das BW-CAR (Baden-Württemberg Center for Applied Research),die auf persönliche Mitgliedschaft ausgelegte, landesweite Institution für besonders erfolgreiche Forscher an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, nimmt allmählich Fahrt auf. Mehrere HdM-Forscher sind aufgenommen worden. Alles das ist wieder einmal ein Anlass, den Forschern der HdM für ihren großen, bisweilen übergroßen Einsatz zu danken. Der Professor an einer baden-württembergischen Hochschule für Angewandte Wissenschaften (und die Professorin selbstverständlich nicht weniger) ist ja zum einen akademischer Lehrer; schon das fraglos eine anspruchsvolle Aufgabe,bei 18 Semesterwochenstunden zumal. Zweitens soll er an der Verwaltung seiner Hochschule teilnehmen, und niemand wird behaupten wollen, dieser Teil der Dienstaufgaben habe unter den Zeichen von Bologna und Qualitätsmanagement abgenommen. Und drittens soll er „angewandte Forschung und Entwicklung“ betreiben. Leider gilt die Forschung bei diesen drei Aufgabenpaketen oft als dasjenige, das am ehesten zurückstehen kann. Nimmt jemand alle drei Verpflichtungen ernst, führt das meist zu einem persönlichen Einsatz, der nur noch als Selbstausbeutung bezeichnet werden kann. Die Möglichkeiten zur Entlastung der Forscher an anderer Stelle werden von der HdM ausgeschöpft, sind aber leider begrenzt. An dieser Stelle kommt unweigerlich das Thema „Mittelbau“ auf den Tisch. Historisch bedingt, gibt es an den Hochschulen für Angewandte Wissenschaften so gut wie keinen forschenden Mittelbau. Die erfreulicherweise zunehmende Zahl von jungen Forschern wird weit überwiegend aus Projektmitteln bezahlt, die die Professoren eingeworben haben. Die haben mit Antragstellung, Abwicklung und Abschluss eines Projektes einen großen Aufwand auf sich genommen, der mit Forschung im engeren Sinne nichts zu tun hat. Schon die Antragstellung allein bedeutet einen großen Aufwand und ist bei weitem nicht immer von Erfolg gekrönt. Die HdM, das Institut für Angewandte Forschung vor allem, bemüht sich nach Kräften um Unterstützung, aber auch diese Kräfte sind beschränkt, und für den wissenschaftlichen Inhalt ist der Professor allemal selbst verantwortlich. Darüber hinaus ist nicht zu übersehen, dass der Verwaltungsaufwand für Forschungsprojekte im Laufe der Zeit erheblich gestiegen ist; das gilt vor allem für Projekte der EU. Die Tendenz zu immer größeren Projekten mit immer größeren Konsortien aus Forschungseinrichtungen und Industrie verlangt einen großen und zeitraubenden Aufwand an networking. Die Zusammenarbeit dann in juristisch einwandfreie Form zu gießen, bedeutet ebenfalls einen großen Aufwand, der nicht zu den traditionellen Stärken einer Fachhochschule gehört. Die Forschungsarbeit an sich ist dagegen fast ein Kinderspiel. Am Ende des Projektes ist die Rechnungslegung unumgänglich; auch die wird immer aufwändiger und gehört bei den meisten Professoren weder zu den fachlichen Stärken noch zu den Lieblingsbeschäftigungen. Viele – ja, mittlerweile kann man sagen: viele – der Projektmitarbeiter streben eine Promotion an. Dazu braucht es nach wie vor eine promotionsberechtigte Partnerinstitution, in der Regel eine Universität. Die Bereitschaft der deutschen Universitäten zu kooperativen Promotionsverfahren ist ohne Frage gewachsen das Promotionskolleg der HdM mit den Universtitäten Stuttgart und Tübingen ist ein herausragendes Beispiel dafür, aber nicht das einzige. Nach alledem kann ich mich nur wiederholen: Kolleginnen und Kollegen, Sie haben über viele Jahre und auch im Jahr 2015 großartige Arbeit geleistet. Lassen Sie sich nicht entmutigen. Herzlichen Dank. Prof. Dr. Wolfgang Faigle Prorektor für Forschung und Internationale Beziehungen

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Metadaten
URN:urn:nbn:de:bsz:900-opus4-64807
Subtitle (German):Hochschule der Medien (HDM)Stuttgart Institut für angewandte Forschung (IAF)
Contributor(s):Wolfgang Faigle
Other Person(s):Alexandra Wenzel
Document Type:Researchpaper
Language:German
Year of Completion:2016
Creating Corporation:Hochschule der Medien
Contributing Corporation:Institut für angewandte Forschung ( IAF)
Release Date:2019/05/06
Pagenumber:202 Seiten
Access Rights:Frei zugänglich
Licence (German):License LogoCreative Commons - CC BY-NC-ND - Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International